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Pressemitteilung22. Oktober 2026Siemens AGMünchen
Siemens und NVIDIA bringen industrielle KI voran
„Industrielle KI ist für unseren Kunden eine Jahrhundertchance, um zu realisieren, was bislang unmöglich war“, sagte Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. „Gemeinsam mit NVIDIA bauen wir das Betriebssystem für industrielle KI. Dafür verbinden wir NVIDIAs beschleunigte Rechentechnologien und KI-Plattformen mit unserer führenden Hardware, Software, industriellen KI und Daten. So können unsere Kunden Produkte intelligenter, Fabriken produktiver und Infrastruktur effizienter machen – mit der Sicherheit und Zuverlässigkeit, die in der Industrie notwendig ist.“
„KI treibt eine neue industrielle Revolution voran. Sie
verändert jede Branche und definiert neu, was wir entwickeln und wie wir es
herstellen können“, sagte Jensen Huang, Gründer und CEO von NVIDIA. „Gemeinsam
mit Siemens denken wir die Entwicklung von Chips und den Bau von KI-Fabriken
neu. Gleichzeitig bringen wir KI in die physische Welt und schaffen damit die
Grundlage für ein neues Zeitalter der autonomen Entwicklung und Fertigung.“
Chips für die nächste Generation von KI entwickeln
Ohne leistungsfähige Chips keine KI. Um schneller mehr
Rechenleistung bereitzustellen, haben Siemens und NVIDIA KI-Agenten entwickelt,
die komplexe Aufgaben im Chipdesign automatisch übernehmen. Die Ergebnisse
überprüfen sie mit Werkzeugen zur elektronischen Entwurfsautomatisierung
(Electronic Design Automation, EDA) von Siemens und der KI-Infrastruktur von
NVIDIA. Die jüngste Anwendung erweitert diesen Ansatz um elektrische und
thermische Analysen.
Um die Leistung von Chips zu erhöhen, ordnen Hersteller immer
mehr Komponenten in mehreren Schichten an. Das macht es schwieriger, die
entstehende Wärme zu beherrschen – und kann die Leistung begrenzen. Mit einem
KI-gestützten Verfahren von Siemens zur Analyse elektrischer und thermischer
Wechselwirkungen können Entwickler schon vor der Fertigung vorhersagen, wo sich
Wärme staut und wie sie die Leistung eines Chips beeinflusst. KI-Agenten planen
und steuern dafür Analysen über verschiedene Werkzeuge aus dem
EDA-Softwareportfolio von Siemens hinweg. NVIDIA CUDA-X-Bibliotheken
beschleunigen die thermischen Simulationen, sodass sich alternative Entwürfe
schneller bewerten lassen. Die Einrichtung mehrerer Werkzeuge dauert dadurch
weniger als fünf Minuten statt mehrerer Tage. Zugleich können Entwickler 50-mal
mehr Varianten untersuchen als mit manuellen Verfahren.
Die Infrastruktur für KI-Fabriken aufbauen
KI-Fabriken nutzen Daten und Energie, um KI in großem Maßstab
bereitzustellen. Die Referenzarchitektur dafür liefert NVIDIA DSX. Siemens
stellt dabei als führender Anbieter von Rechenzentrumsinfrastruktur die
Stromverteilung, Schutztechnik, Automatisierung und Steuerung bereit – vom
Netzanschluss bis zum KI-Rack. Hinzu kommt ein digitaler Zwilling, mit dem
Kunden die gesamte Anlage als zusammenhängendes System planen, errichten und
betreiben können.
Gemeinsam mit weiteren Partnern haben Siemens und NVIDIA das
NVIDIA DSX Vera Rubin Reference Design für die USA und Europa vorgestellt. Die
standardisierten, mehrfach einsetzbaren Architekturkonzepte übersetzen die
Anforderungen von NVIDIA DSX in praktisch umsetzbare Lösungen für
Stromversorgung und Steuerung. Dabei führen sie die Anforderungen an Strom,
Kühlung und Rechenleistung zusammen und berücksichtigen die jeweiligen lokalen
Standards. Das vereinfacht Planung, Bau und Betrieb. Siemens und Delta haben
zudem gemeinsam vorgefertigte und im Werk getestete Stromversorgungsmodule
entwickelt. Sie können die Realisierungszeit für die Strominfrastruktur von
KI-Fabriken von Rechenzentren um 50 Prozent verkürzen.
Ein gemeinsam mit NVIDIA entwickelter, physikalisch
fundierter digitaler Zwilling von Siemens, der auf NVIDIA
Omniverse-Bibliotheken basiert, macht es möglich, diese Infrastruktur als
Gesamtsystem zu planen und zu optimieren. Schon vor Baubeginn zeigt er, wie die
Anlage mit dem Stromnetz zusammenspielt, wo die Kühlung an ihre Grenzen stoßen
könnte und wie sich der Lärm der rund um die Uhr laufenden Kühlsysteme auf die
Nachbarschaft auswirken würde. Betreiber können so mögliche Engpässe frühzeitig
erkennen und beheben, technische Alternativen nach ihrer Energieeffizienz –
gemessen in Token pro Watt – bewerten und Lärmschutzmaßnahmen vor einer
Investitionsentscheidung testen. Das hilft ihnen, lokale Vorgaben einzuhalten
und das Vertrauen der Anwohner zu gewinnen. Auch Netzbetreiber erhalten
zusätzliche Informationen für die Prüfung von Netzanschlüssen. Im laufenden
Betrieb lassen sich Betriebsdaten mit Simulationen verknüpfen, um weitere
Möglichkeiten für eine effizientere Kühlung und Stromnutzung zu erkennen.
KI bringt messbaren Nutzen in Entwicklung und Fertigung
Industrielle KI soll Unternehmen dabei helfen, bessere
Produkte schneller zu entwickeln und ihre Fertigung widerstandsfähiger und
effizienter zu steuern. Damit Ingenieure mehr Entwürfe testen können, bevor sie
Prototypen bauen, kombiniert Siemens seine Simulationssoftware Simcenter mit
beschleunigter Rechentechnologie von NVIDIA und NVIDIA CUDA-X-Bibliotheken.
Bestimmte Simulationen werden dadurch bis zu zehnmal schneller. Die Lösung
funktioniert auch ohne Internetverbindung; sensible Daten bleiben am Standort.
Simcenter PhysicsAI nutzt Modelle, die mit Simulationsdaten trainiert wurden,
um die Leistungsfähigkeit neuer Entwürfe bis zu 1.000-mal schneller
vorherzusagen als klassische Simulationen. Lokal eingesetzte KI-Agenten
übernehmen weitere Arbeitsschritte, reduzieren den manuellen Aufwand und
ermöglichen schnellere Entwicklungszyklen.
Das Siemens-Elektronikwerk in Erlangen dient als Blaupause
für eine KI-getriebene, adaptive Fertigung. Siemens und NVIDIA haben dort
KI-Anwendungen entwickelt und erprobt, die Produktionsabläufe koordinieren und
Qualitätsprüfungen vorbereiten. Intelligence Center X und die Betriebssoftware
von Siemens führen dafür Daten und Prozesse aus ERP-Systemen und der Fertigung
zusammen. KI-Agenten nutzen diese Informationen, um die Produktionsplanung zu
koordinieren und zu optimieren. So können Unternehmen wesentlich schneller auf
veränderte Bedingungen reagieren. Diese durchgängige agentenbasierte
Produktionsplanung kann Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent ermöglichen.
Damit wird der NVIDIA Factory Operations Blueprint (FOX) mithilfe von Siemens
Intelligence Center X im laufenden Betrieb umgesetzt.
Für die automatisierte optische Qualitätsprüfung erzeugt
Process Preparation X mithilfe des digitalen Zwillings von Siemens und der
NVIDIA Cosmos Data Factory die erforderlichen Trainingsdaten. Damit entfällt
ein wesentlicher Engpass bei der Vorbereitung der Qualitätskontrolle, der Bau
von realen Prototypen. Die Zeit bis zur Markteinführung kann sich dadurch um
bis zu 40 Prozent verkürzen.
Auch Änderungen in der Produktion lassen sich virtuell
erproben, bevor sie in der Fabrik umgesetzt werden. Digital Twin Composer –
unter Nutzung der NVIDIA Omniverse-Bibliotheken – verknüpft virtuelle
Fabrikmodelle mit realen Betriebsdaten. Eine KI-gestützte Fertigungsplanung
berücksichtigt unter anderem die Verfügbarkeit von Bauteilen und anstehende
Wartungen, um Produktionsabläufe zu optimieren. Zudem kann der digitale
Zwilling der Fabrik dafür genutzt werden Optimierungsvorschläge von Agenten vor
Umsetzung zu verifizieren. Bei einem ersten Kundenprojekt stieg der Durchsatz
um 20 Prozent.
Für diese Pressemitteilung
Siemens AG (Berlin und München) ist ein führendes Technologieunternehmen mit Fokus auf die Felder Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheitswesen. Anspruch des Unternehmens ist es, Technologie zu entwickeln, die den Alltag verbessert, für alle. Indem es die reale mit der digitalen Welt verbindet, ermöglicht es den Kunden, ihre digitale und nachhaltige Transformation zu beschleunigen. Dadurch werden Fabriken effizienter, Städte lebenswerter und der Verkehr nachhaltiger. Als führendes Unternehmen im Bereich industrieller Künstlicher Intelligenz nutzt Siemens sein umfassendes Fachwissen, um KI - einschließlich generativer KI - auf reale Anwendungen zu übertragen und entwickelt KI-Lösungen für Kunden aller Branchen, die einen echten Mehrwert bieten. Siemens ist mehrheitlicher Eigentümer des börsennotierten Unternehmens Siemens Healthineers, einem weltweit führenden Anbieter von Medizintechnik, der Pionierarbeit im Gesundheitswesen leistet. Für jeden Menschen. Überall. Nachhaltig.
Im Geschäftsjahr 2025, das am 30. September 2025 endete, erzielte der Siemens-Konzern einen Umsatz von 78,9 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 10,4 Milliarden Euro. Zum 30.09.2025 beschäftigte das Unternehmen auf fortgeführter Basis weltweit rund 318.000 Menschen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com.