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Siemens baut fokussierten Energieriesen und steigert Leistungsfähigkeit weiter

"Wir fokussieren Siemens mit der Vision 2020+ und machen unsere Geschäfte schneller und flexibler. Das ist die Grundlage für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg in langfristig attraktiven Wachstumsmärkten. Gleichzeitig schaffen wir gute Perspektiven für die Geschäfte, die sich im Strukturwandel bewähren und neue Wachstumsfelder adressieren müssen", sagte Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG. "Die Siemens-Geschäfte der nächsten Generation werden andere Erfolgsmerkmale haben. An die Stelle von Breite, Größe und Gleichschritt treten Fokus, Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit. Damit sichern wir die Zukunftsfähigkeit unserer Geschäfte im Zeitalter der digitalen Vierten Industriellen Revolution, in der diese neuen Merkmale eine notwendige Bedingung sind", sagte Kaeser. Der CEO betont, dass Siemens aus einer Position der Stärke heraus die Weichen für die Zukunft stellt und exzellent positioniert ist. In den Wachstumsmärkten Automatisierung, industrielle Digitalisierung und intelligente Infrastruktur will Siemens deutlich zulegen und seine führende Stellung weiter ausbauen.
Der Aufsichtsrat unterstützt einstimmig die Maßnahmen zur Neuausrichtung. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Jim Hagemann Snabe, sagte: "Es ist richtig, notwendig und mutig, die geplanten Veränderungen anzustoßen, wenn es dem Unternehmen gut geht. Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorstand unter Führung von Joe Kaeser bei der weiteren Umsetzung des Strategiekonzepts Vision 2020+."
Auch die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrates stimmen für den Plan für GP und unterstützen das Wachstumskonzept Vision 2020+, auch wenn sie auf die besondere Verantwortung des Vorstandes im Umgang mit den von der Strukturveränderung betroffenen Mitarbeitern hinweisen. Die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Birgit Steinborn, sagte: "Die Arbeitnehmervertretung billigt den Plan für GP und unterstützt das Wachstumskonzept der Firmenleitung. Wir stehen vor einer grundlegenden Transformation des Unternehmens. Wenn der Vorstand das Wachstumskonzept ernst meint, dann erwarten wir, dass die Kompetenzen der Mitarbeiter im Unternehmen gehalten und hinsichtlich Digitalisierung entwickelt beziehungsweise erweitert werden. Das kann durch Requalifizierung und bevorzugte Berücksichtigung bei den angekündigten Neueinstellungen passieren. Der vereinbarte Zukunftsfonds bietet dafür gute Möglichkeiten. Außerdem gehen wir davon aus, dass auch die Region Deutschland von den Investitionen und Wachstumsprogrammen des Vorstandes profitiert. Ideenlose Abbauprogramme lehnen wir ab."
Die Operating Companies Digital Industries (DI) und Smart Infrastructure (SI) bilden künftig den industriellen Kern von Siemens. Ergänzt wird dieser durch die konzernweiten Technologie- und Serviceeinheiten sowie die strategische Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers. Auch Siemens Mobility soll als Wachstumsgeschäft weiter gestärkt werden.

Eigenständigkeit von Siemens Gas and Power
Siemens Gas and Power soll über eine Abspaltung und anschließende Börsennotierung im Zuge einer Abgabe an die Aktionäre ("Spin-off") vollständige Unabhängigkeit und unternehmerische Freiheit erhalten. Das Geschäft umfasst die Aktivitäten in den Bereichen Öl und Gas, konventionelle Energieerzeugung, Energieübertragung und die jeweils dazugehörigen Servicegeschäfte. Darüber hinaus plant die Siemens AG, den Mehrheitsanteil (59 Prozent) an Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE), dem Marktführer im Geschäft mit Erneuerbaren Energien, in die neue Gesellschaft einzubringen. Eine Börsennotierung wird bis zum September 2020 angestrebt. Dabei gibt Siemens die Mehrheit am neuen Unternehmen ab, bleibt aber als starker Ankeraktionär engagiert. Der Anteil soll anfänglich bei etwas weniger als 50 Prozent liegen und auf Sicht die Sperrminorität nicht unterschreiten. Siemens wird dabei das neue Unternehmen weiter unterstützen, wie zum Beispiel durch professionelle Leistungen der Siemens Financial Services, das überzeugende Vertriebsnetzwerk der Siemens-Regionen oder die Lizenzierung der starken Marke "Siemens". Über die Abspaltung und spätere Börsennotierung soll eine außerordentliche Hauptversammlung, voraussichtlich im Juni 2020, entscheiden. Siemens wird sowohl die neue GP als auch die SGRE dekonsolidieren.
"Damit entsteht ein einzigartig ganzheitlich aufgestellter Spezialist im Energie- und Elektrizitätssektor, der wie kein anderer Wettbewerber die gesamte Bandbreite im Energiemarkt abbildet", erklärte Kaeser. "Durch die Kombination des Leistungsspektrums der konventionellen Erzeugung mit der Stromversorgung durch Erneuerbare Energien decken wir die Nachfrage der Kunden vollständig ab. Damit können wir aus einem Guss ein optimiertes und wenn nötig kombiniertes Leistungsangebot vorlegen. Wir sind überzeugt, dass diese strategische Entscheidung für alle Beteiligten positiv ist und es ermöglicht, langfristig Wert für Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre zu schaffen. Dies zeigen auch jüngste Markterfolge wie im Irak, die wir weiter gemeinsam verfolgen werden", so Kaeser weiter.
"Durch die Unabhängigkeit können wir unsere Position der Stärke effektiver nutzen, um unsere Kunden in sich schnell wandelnden Energiemärkten zu unterstützen", sagte Lisa Davis, CEO von Siemens Gas and Power. "Die globale Elektrifizierung spielt weiterhin eine wesentliche Rolle für den wirtschaftlichen und ökologischen Fortschritt in der Welt. Als einziges Unternehmen verfügen wir über ein Portfolio entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette – von konventionellen bis zu erneuerbaren Energien. Davon profitieren alle unsere Kunden weltweit, seien es öffentliche oder private Auftraggeber. Die Eigenständigkeit gibt uns jetzt mehr Freiheit und Flexibilität. So können wir uns ganz auf die Anforderungen der Märkte und Kunden konzentrieren. Außerdem haben wir dadurch die volle Kostenkontrolle. In Zukunft werden wir sicherstellen, dass jeder Euro, den wir ausgeben, direkt den Stakeholdern zu Gute kommt", erklärte Davis weiter.

Deutliches Wachstum und Effizienzsteigerung geplant
Zusätzlich zur Stärkung der Portfoliostrukturen wird Siemens die Kosteneffizienz quer durch alle Bereiche deutlich verbessern. Ziel ist eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Produktivität. Damit sollen mittelfristig die jährliche Wachstumsrate des Umsatzes und die Gewinnmarge des Industriellen Geschäfts um jeweils zwei Prozentpunkte steigen. Das Ergebnis je Aktie soll mittelfristig stärker wachsen als der Umsatz. Langfristig soll die Gewinnmarge des Industriellen Kerngeschäfts 14 bis 18 Prozent (angepasste EBITA-Marge) erreichen.

Smart Infrastructure hat einen klaren Plan zur Wachstumssteigerung. Erstens will SI das Produktgeschäft, insbesondere in Asien, stärken. Zweitens soll das attraktive Service-Geschäft ausgebaut werden. SI beabsichtigt außerdem, seine Aktivitäten in Zukunftsfeldern wie der Infrastruktur für Elektromobilität, dezentralen Energiesystemen, intelligenten Gebäuden und Energiespeichern – auch mit Hilfe von stärkerem Einsatz von Digitalisierungslösungen – auszuweiten. Dies soll zu einem jährlichem Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent über das gesamte Portfolio hinweg führen. Dadurch will SI bis zum Jahr 2023 bis zu 6.000 Mitarbeiter neu einstellen, hauptsächlich im Service, in Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb. "Insgesamt wollen wir durch beschleunigtes Wachstum und eine schlankere Aufstellung bis 2023 unsere Ergebnismarge auf 13 bis 15 Prozent steigern", erklärte SI-Chef Cedrik Neike.
"Wir haben verschiedene Möglichkeiten, rentabler zu werden. Allein durch eine schlankere Verwaltung kann eine beachtliche Produktivitätssteigerung erreicht werden. Ein weiterer Aspekt sind die 79 Fabriken, die SI weltweit unterhält. Durch Bündelung unserer Kapazitäten und Kooperationen werden wir die Kosten in den nächsten drei Jahren senken", sagte Neike. Insgesamt plant SI dafür einen Abbau von 3.000 Stellen weltweit. Dies führt zu Restrukturierungskosten in Höhe von 300 Millionen Euro. Insgesamt rechnet SI mit einem Netto-Aufbau von etwa 3.000 Stellen bis 2023.

Digital Industries will die Geschäfte in der Industriellen Digitalisierung stärken und die Marktführerschaft weiter ausbauen. Ziel ist es, 25 Prozent schneller als der Markt zu wachsen. Dadurch sollen weltweit bis zu 12.000 Mitarbeiter neu eingestellt werden, hauptsächlich in Fertigung, Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb. Die Rentabilität wird beispielsweise durch die Integration zweier Divisionen, die Verbesserung von internen Prozessen wie Logistik, vereinfachtes Controlling oder durch die verstärkte Nutzung des eigenen industriellen Software-Portfolios optimiert. Diese Maßnahmen haben auch strukturelle Auswirkungen auf Arbeitsplätze, da künftig teilweise andere Qualifikationen benötigt werden. Das betrifft weltweit bis zu 4.900 Stellen. Das DI-Management rechnet mit Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 300 Millionen Euro bis zum Jahr 2023. Insgesamt erwartet DI durch zusätzliches Wachstum einen Aufbau von etwa 7.000 Stellen bis 2023.
"Klares Ziel von DI ist es, auch unter volatileren Konjunkturbedingungen schneller zu wachsen als der Gesamtmarkt und sich weiter im Zielmargenkorridor von 17 bis 23 Prozent zu entwickeln. Die Anforderungen unserer Kunden in der diskreten und der Prozess-Industrie und deren Märkten ändern sich in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Mit unserem Digital Enterprise Portfolio unterstützen wir unsere Kunden dabei, diese Herausforderungen zu meistern. Gleichzeitig müssen wir flexibler werden. Das sichert uns die Rentabilität, die wir brauchen, um weiterhin in Zukunftsmärkte und -technologien zu investieren", sagte DI-Chef Klaus Helmrich. Beim Wachstum setzt DI auf das Digital Enterprise Portfolio, Zukunftstechnologien wie Edge und Cloud Computing, Künstliche Intelligenz oder additive Fertigung. Darüber hinaus konzentriert sich DI noch stärker auf die Branchenanforderungen der Automobil- und Luftfahrtindustrie, aber auch der Bereiche Nahrungs- und Genussmittel, Electronics, Batteriefertigung, Pharma und Chemie.

Wie angekündigt, wurden wesentliche Elemente der zentralen Konzerneinheiten von Siemens, wie die Verwaltung, dezentralisiert. Zudem sollen die verbleibenden Konzernleitfunktionen deutlich schlanker werden. Die Konzentration auf Kernaufgaben der zentralen Unternehmensführung bedeutet einen Abbau von rund 2.500 der insgesamt etwa 12.500 Arbeitsplätze in diesen Zentralfunktionen bis 2023. Dies soll zu Restrukturierungsaufwendungen von 400 Millionen Euro führen.

Insgesamt werden die neu geplanten Effizienzverbesserungen die Kosten um rund 2,2 Milliarden Euro bis 2023 senken. Dies beinhaltet das bereits im September 2018 kommunizierte Sparprogramm bei GP von 500 Millionen Euro. Alle weltweiten Maßnahmen sollen möglichst sozialverträglich – in Deutschland im Rahmen der Grundsatzvereinbarung zwischen Siemens, dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall (Radolfzell II) – sowie der Wahrnehmung der sozialen Verantwortung des Unternehmens erfolgen. Die Wachstumspläne sehen vor, dass Siemens bis 2023 rund 20.500 neue Stellen schaffen wird. Die in Summe etwa 10.400 Effizienz-anpassungen führen damit zu einem Netto-Aufbau von rund 10.000 Arbeitsplätzen weltweit im selben Zeitraum. Damit spiegelt sich das auf Wachstum ausgelegte Strategiekonzept Vision 2020+ auch bei der Entwicklung der Mitarbeiter wider.

Hinweise:
Um 19:00 Uhr MESZ am 7. Mai 2019 können Sie unter www.siemens.com/telefonkonferenz eine Telefonkonferenz der Siemens AG zu diesen Themen mitverfolgen.

Ab 9:30 Uhr MESZ am 8. Mai 2019 bis ca. 15:30 Uhr können Sie unter www.siemens.com/investor den öffentlichen Teil des Capital Market Day der Siemens AG mitverfolgen.

Diese Presseinformation sowie weiteres Material finden Sie unter www.siemens.com/telefonkonferenz

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Event: Geschäftszahlen für das 2. Quartal 2019

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