Internet Explorer, Chrome Browser, Firefox Browser, Safari Browser
Press Release17 August 2026Siemens AGKoblenz
125 Jahre Siemens in Koblenz
Das Technische Büro von den Siemens-Schuckertwerken in Koblenz befand sich in den 1930er Jahren in der Löhrstraße 116.
Von der Untervertretung zur Niederlassung: Die Anfänge
Die Verbindung zwischen Siemens und dem Rheinland reicht bis
ins Jahr 1878 zurück, als Julius Böddinghaus aus Düsseldorf die Vertretung von
Siemens & Halske für das Rheinland und Westfalen übernahm. 1888 legte er
die Vertretung für das Rheinland nieder; fortan fungierte die Firma Schaubach
& Graemer in Koblenz-Lützel als Untervertretung. Im Jahr 1901 schließlich
eröffnete die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co.,
Nürnberg, in Koblenz ein eigenes Unterbüro – der Vorläufer der heutigen
Niederlassung.
Bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
lieferte Siemens & Halske eine Vielzahl von Anlagen für Koblenz und die
Region: Frühe Feuermeldesysteme, Sicherungsanlagen für die Deutsche Bank sowie
eine elektrische Zentral-Uhrenanlage für das Koblenzer Rathaus. Für die
Rasselsteiner Eisenwerke in Neuwied wurde eine Fernsprechanlage installiert.
Medizintechnik: Pionierarbeit für die Gesundheitsversorgung
Bereits in den 1920er Jahren erkannte Siemens die Bedeutung
der Medizintechnik für die Region. Von 1921 bis 1923 stattete Siemens &
Halske das neue Krankenhaus Kemperhof in Moselweiß mit umfangreicher
Medizintechnik aus – darunter ein leistungsfähiger Diagnostikapparat mit
Siemens-Universalstativ, ein Multivolt-Apparat für die gleichzeitige
Bestrahlung von zwei Patienten, ein Diathermieapparat sowie ein
Elektrokardiograf. In den folgenden Jahrzehnten folgten weitere Krankenhäuser:
Das Elisabeth-Krankenhaus, das Krankenhaus Marienhof und das Krankenhaus der
Dominikanerinnen erhielten Anlagen für Röntgendiagnostik und -therapie.
Ein besonderer Meilenstein war die Installation eines
Siemens-Betatrons im Krankenhaus Kemperhof Mitte des 20. Jahrhunderts. Das
System – auch „Elektronenschleuder" genannt – ermöglichte erstmals eine
effektive Bestrahlung von tieferliegenden Tumoren und markierte einen
entscheidenden Durchbruch in der Strahlentherapie. Später kam im Kemperhof auch
ein Gammatron für die Strahlentherapie zum Einsatz.
1968 nahm das Röntgeninstitut von Dr. med. Alexander von
Essen in Koblenz als erste Praxis in der Bundesrepublik einen Siregraph in
Betrieb – einen Röntgenuntersuchungstisch mit Bildverstärker und Bildschirm.
Der Siregraph entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer der erfolgreichsten
Produktlinien von Siemens und wurde 1978 auf einer deutschen
60-Pfennig-Briefmarke abgebildet. 2005 schließlich lieferte Siemens an das
Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz zwei Hochleistungs-Computertomografen,
darunter den zu dieser Zeit schnellsten und modernsten Computertomografen des
Unternehmens – den Somatom Sensation Cardiac 64, der ein hochaufgelöstes
dreidimensionales Bild vom Herzen in weniger als zehn Sekunden anfertigte.
Energie und Infrastruktur: Strom für die Region
Die Siemens-Schuckertwerke waren in den 1920er-Jahren an
einem der spektakulärsten Infrastrukturprojekte der damaligen Zeit beteiligt:
dem Bau der sogenannten Nord-Süd-Leitung der Rheinisch-Westfälischen
Elektrizitätswerk AG (RWE). Auf rund 80 Kilometern der insgesamt 200 Kilometer
langen Trasse zwischen Köln und Rheinau bei Mannheim installierten die
Siemens-Schuckertwerke eine neuartige Hohlseilleitung. Die Strecke verlief über
die Eifelvorberge, das Koblenzer Stadtgebiet, den Westerwald und den nördlichen
Taunus. Bei Koblenz querte sie auf zwei rund 120 Meter hohen Gittermasten den
Rhein – ein technisches Bild, das die Stadtsilhouette prägte. Unmittelbar
westlich der Rheinquerung errichteten die Siemens-Schuckertwerke zudem das
Umspannwerk Koblenz.
Ab 1958 beteiligte sich Siemens an der Moselkanalisierung: Im
Zuge des Ausbaus des Flusses zu einer modernen Schifffahrtsstraße entstanden
zwischen Koblenz und Trier zehn Laufwasserkraftwerke. Für die Kraftwerke Detzem
und Fankel übernahmen die Siemens-Schuckertwerke Entwurf, Bauberatung und
Bauleitung und lieferten jeweils die Generatoren sowie wesentliche Teile der
elektrischen Ausrüstung. 1984 war Siemens am Umbau der Grand-Prix-Strecke am
Nürburgring technisch beteiligt und installierte eine Fernsprechanlage mit 17
Unterzentralen, Warnblink- und Fernwirktechnik sowie die
Mittelspannungsversorgung einschließlich aller Niederspannungsverteilungen.
Zudem verlegte Siemens dort mehr als 200 Kilometer Stark- und Schwachstromkabel.
Verkehr und Kommunikation: Koblenz im Takt der Zeit
Siemens hat die Mobilität in Koblenz über Jahrzehnte
mitgestaltet. 1941 wurden vier Oberleitungsbusse von MAN mit elektrischer
Ausrüstung der Siemens-Schuckertwerke auf der Linie nach Höhr-Grenzhausen in
Betrieb genommen. 1959 lieferte Siemens & Halske eine Verkehrssignalanlage
mit sechs signalgeregelten Knotenpunkten für Koblenz. 1967 nahm am Hauptbahnhof
Koblenz ein neues Relaisstellwerk von Siemens seinen Betrieb auf, das mehrere
ältere Anlagen ersetzte und die zentrale Bedienung aller Bahnhofsanlagen ermöglichte.
1971 beauftragte das Tiefbauamt der Stadt Koblenz Siemens mit
der Modernisierung des gesamten Verkehrssignalnetzes. Herzstück war ein
Siemens-Verkehrsrechner VSR 16002. Seit 2008 fahren auf der MittelrheinBahn
Elektrotriebzüge vom Typ Desiro ML von Siemens Mobility. Die von Trans Regio betriebene Strecke verbindet Mainz und Köln entlang des Rheins mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern. 2021 bestellte die Hessische Landesbahn drei zweiteilige Batteriezüge vom Typ Mireo Plus B von Siemens Mobility für die Ober- und Unterwesterwaldbahn – ein Pilotprojekt, das Dieseltriebzüge ersetzen soll.
Auch in der Kommunikationstechnik setzte Siemens Maßstäbe:
1952 nahm ein von Siemens & Halske eingerichtetes Fernamt in Koblenz mit 87
Fernplätzen und rund 300 Fernleitungen den Betrieb auf. 1976 lieferte Siemens
die technischen Einrichtungen für eine neue Hauptvermittlungsstelle, die die
Fernsprechversorgung von rund 140.000 Teilnehmern im Ballungsraum Mittelrhein
sicherstellte. 1989 vernetzte Siemens die Stadtverwaltung Koblenz mit neun
Kommunikationsanlagen vom Typ Hicom – dem weltweit ersten System, das auf Basis
des internationalen ISDN-Standards Telefonie, Text-, Bild- und Datenübertragung
in einem gemeinsamen Netz zusammenführte.
Automatisierung und Digitalisierung: Moderne Lösungen für Industrie und Stadt
Schon früh brachte Siemens Automatisierungstechnik in die
Region. 1975 wurde im Milchhof Koblenz-Neuwied eine Milchverarbeitungsanlage in
Betrieb genommen, deren Pumpen und Ventile von einer Simatic-P-Anlage von
Siemens gesteuert und überwacht wurden. Alle Arbeitsgänge – von der Anlieferung
der Rohmilch über das Erhitzen und Homogenisieren bis zur Weiterverarbeitung in
Butterei, Käserei und Joghurtabteilung – ließen sich automatisch von der
zentralen Warte aus steuern.
1990 stattete Siemens die Vereinigten Wasserwerke Mittelrhein
mit einem Automatisierungssystem inklusive Doppelrechner Sicomp M56 aus. Seit
2020 setzt die EnviroFALK GmbH bei ihren Prozesswasseraufbereitungsanlagen
Automatisierungstechnik von Siemens ein.
Siemens in Koblenz heute: Partner für die Zukunft der Region
Im Jahr 2025 bezog die Siemens-Niederlassung Mittelrhein am
Standort Koblenz neue Räumlichkeiten in der Anton-Jordan-Straße 3 – zusammen
mit dem bereits dort ansässigen Standort der Siemens Industry Software GmbH.
Mit dem Standort Koblenz betreut die Niederlassung Mittelrhein Kunden aus dem
Stadtkreis Koblenz und sieben angrenzenden Landkreisen. Die Niederlassung vertreibt Produkte, Systeme, Lösungen und Services aus dem Siemens-Portfolio von Digital Industries – Automatisierung, Antriebstechnik und Digitalisierung – sowie von Smart Infrastructure, darunter Gebäudeautomatisierung, Brandschutz- und Sicherheitstechnik sowie Lösungen und Services rund um Elektrifizierung und Reduzierung des Energieverbrauchs.
„Die Geschichte von Siemens in Koblenz zeigt, wie eng
technologische Entwicklung und regionale Infrastruktur miteinander verbunden
sind“, sagt Bettina Popp, Repräsentantin der Siemens-Niederlassung Mittelrhein.
„Heute liegt unser Fokus darauf, Kunden bei Digitalisierung, Automatisierung
und Infrastruktur zu unterstützen. Dass wir dies seit vielen Jahrzehnten
erfolgreich tun können, ist vor allem der Leistung unseres Teams zu verdanken.
Mein Dank gilt daher allen Kolleginnen und Kollegen der Niederlassung, die mit
ihrem Know-how und ihrem Engagement täglich zum Erfolg von Siemens in Koblenz
beitragen – ebenso wie unseren Kunden in der Region Mittelrhein für ihr
langjähriges Vertrauen in Siemens.“
Bildquellen: Siemens Historical Institute, Siemens Mobility, Siemens AG
Für diese Pressemitteilung
Die
Siemens AG (Berlin und München) ist ein führendes Technologieunternehmen mit Fokus auf die Felder Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheitswesen. Anspruch des Unternehmens ist es, Technologie zu entwickeln, die den Alltag verbessert, für alle. Indem es die reale mit der digitalen Welt verbindet, ermöglicht es den Kunden, ihre digitale und nachhaltige Transformation zu beschleunigen. Dadurch werden Fabriken effizienter, Städte lebenswerter und der Verkehr nachhaltiger. Als führendes Unternehmen im Bereich industrieller Künstlicher Intelligenz nutzt Siemens sein umfassendes Fachwissen, um KI - einschließlich generativer KI - auf reale Anwendungen zu übertragen und entwickelt KI-Lösungen für Kunden aller Branchen, die einen echten Mehrwert bieten. Siemens ist mehrheitlicher Eigentümer des börsennotierten Unternehmens Siemens Healthineers, einem weltweit führenden Anbieter von Medizintechnik, der Pionierarbeit im Gesundheitswesen leistet. Für jeden Menschen. Überall. Nachhaltig.
Im Geschäftsjahr 2025, das am 30. September 2025 endete, erzielte der Siemens-Konzern einen Umsatz von 78,9 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 10,4 Milliarden Euro. Zum 30.09.2025 beschäftigte das Unternehmen auf fortgeführter Basis weltweit rund 318.000 Menschen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
www.siemens.com.