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Press Release18 August 2026Siemens AGKiel
125 Jahre Siemens-Niederlassung Kiel
War von 1939 bis 1976 sichtbares Zeichen der Präsenz unseres Unternehmens in der Kieler Innenstadt: Die Siemens-Niederlassung – damals noch Technisches Büro genannt - an der Holstenbrücke.
Frühe Verbindungen: Werner von Siemens und Kiel
Die Beziehung zwischen Siemens und Kiel reicht sogar weiter zurück als das offizielle Gründungsjahr. Bereits 1848 meldete sich Firmengründer Werner von Siemens freiwillig zur Verteidigung Kiels im Zuge der Schleswig-Holsteinischen Erhebung. Gemeinsam mit seinem Schwager, einem Chemieprofessor an der Christian-Albrecht-Universität in Kiel, entwickelte er damals eine technisch neuartige, elektrisch gezündete Minensperre – ein frühes Beispiel für den Erfindergeist, der später die industrielle Welt verändern sollte.
Mit der Erfindung der Dynamomaschine im Jahr 1866 legte Werner von Siemens auch den Grundstein für die Elektrifizierung – und damit für die rasante Entwicklung von Hafen, Werften, Industrie und Wissenschaft in Kiel und der Region. Schon im späten 19. Jahrhundert belieferte Siemens unter anderem die Kaiserliche Werft, die Universität Kiel und den Hafen mit elektrischen Anlagen.
Vom Vertreterbüro zur festen Größe in Kiel
Ein entscheidender Schritt folgte 1901: Siemens & Halske
gründeten in Hamburg die Hanseatische Elektrizitätsgesellschaft und
unterhielten fortan eine Zweigniederlassung in Kiel. Damit wurde Siemens
dauerhaft vor Ort präsent. In den folgenden Jahren entstanden erste
Fernsprechämter, elektrische Beleuchtungen für öffentliche Gebäude, Kliniken
und das Stadttheater sowie technische Anlagen für Verwaltung und Infrastruktur.
Besonders prägend war von Beginn an der Bezug zur maritimen
Wirtschaft. Schiffbau, Hafenbetrieb und der Nord-Ostsee-Kanal wurden zu
zentralen Einsatzfeldern der Siemens Technik – eine Verbindung, die sich bis
heute fortsetzt.
Verantwortung in schweren Zeiten: Krieg und Wiederaufbau
Der Zweite Weltkrieg traf Kiel als Marinestützpunkt besonders
hart. Auch Siemens war betroffen: 1944 wurde das Bürogebäude an der
Holstenbrücke schwer zerstört. Dennoch nahmen die Beschäftigten ihre Arbeit
kurz nach Kriegsende wieder auf – unter einfachsten Bedingungen, aber mit
klarem Fokus auf den Wiederaufbau.
Siemens leistete in den Nachkriegsjahren einen wichtigen
Beitrag zur Stabilisierung der Energieversorgung, des öffentlichen Verkehrs und
der Industrie. Schaltanlagen, Kraftwerksausrüstung und Verkehrstechnik halfen
dabei, die Stadt wieder funktionsfähig zu machen und neue Perspektiven zu
schaffen.
Wachstum, Wirtschaftswunder und neue Standorte
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1950er und 1960er Jahre wuchs auch Siemens in Kiel.
Neue Werkstätten, Ausbildungsbereiche und Bürogebäude entstanden, unter anderem
in Kiel Gaarden (Schaltanlagen v.a. für den Schiffbau) und später auch in Kiel-Suchsdorf
(Wernerwerk für Nachrichten- u. Signaltechnik).
Parallel entwickelte sich die wieder aufgebaute Niederlassung
an der Holstenbrücke zu einem wichtigen Ausbildungsstandort für technische und
kaufmännische Berufe.
Großprojekte im Schiffbau, in der Energieversorgung, in
Kliniken und in der Industrie machten Siemens zu einem der prägenden
Technologiepartner der Region.
Hightech aus Kiel – regional verankert, international im Einsatz
Spätestens ab den 1970er Jahren stand Siemens Kiel für anspruchsvolle Hightech Lösungen: von der elektrischen Ausrüstung des damals größten europäischen Tankers „Esso Malaysia“, über IT Systeme für Banken und Forschungsein-richtungen bis hin zur IT-Ausstattung der Olympischen Segelwettbewerbe von 1972 in Schilksee.
Mit dem Umzug der Niederlassung von ihrem bisherigen Standort am Rande der Kieler Altstadt in das Bürogebäude im Gewerbegebiet Wittland im Jahr 1976 und zurück ins Stadtzentrum an das Sophienblatt Nr. 60 im Jahr 2003 blieb Siemens trotz wechselnder Adressen kontinuierlich mit Kiel verbunden.
Kiel als Standort bedeutender Industriegeschichte
Parallel zur Entwicklung von Siemens prägten weitere wichtige, lokal verankerte Technologieunternehmen die Industrielandschaft der Landeshauptstadt. Die 1947 in Kiel neu gegründete Dr.-Ing. Rudolf Hell KG entwickelte sich mit ihren weltweit erfolgreichen Innovationen in der Nachrichten-, Satz- und Drucktechnik zu einem internationalen Aushängeschild der Stadt. Seit den 1970er Jahren bestand eine enge Verbindung zur Siemens AG, die sich mehrheitlich an dem Unternehmen beteiligte und die Gesellschaft später vollständig übernahm.
Eine weitere besondere lokale Verbindung entstand zudem zum traditionsreichen Kieler Lokomotiv- und Maschinenbauunternehmen MaK: Nach dem Verkauf des Lokomotivenbaus an Siemens im Jahr 1994 sowie der späteren Nutzung des ehemaligen Hell-Geländes in Kiel-Suchsdorf durch die Nachfolgegesellschaften des MaK-Lokomotivenbaus kreuzten sich die Unternehmensgeschichten beider Kieler Traditionsunternehmen erneut.
Siemens heute: Energiewende, Digitalisierung und regionale Verantwortung
In den vergangenen zwei Jahrzehnten rückten Zukunftsthemen in
den Fokus: moderne Medizintechnik für das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein,
intelligente Verkehrs und
Gebäudetechnik, Windenergieprojekte sowie Landstromanlagen für Kreuzfahrt und Fährhäfen, die Schiffe im Hafen
emissionsfrei mit Strom versorgen.
Auch gesellschaftliches Engagement gehört fest zur Identität des Standorts – etwa durch langjährige Ausbildungsprogramme, Bildungskooperationen und soziale Projekte in Kiel. Die Gemeinschaftsschule Kiel-Friedrichsort zählt seit 2009 zu den Partnerschulen der Siemens AG. Darüber hinaus unterstützt die Niederlassung seit über 25 Jahren den AWO Kinder- und Jugendbauernhof Mettenhof bei seiner sozialpädagogischen Arbeit.
125 Jahre – und der Blick nach vorn
Heute ist die Siemens-Niederlassung Kiel breit aufgestellt und begleitet Kommunen, Unternehmen und Institutionen im nördlichsten Bundesland bei der digitalen und nachhaltigen Transformation. Lars Nürnberger, Repräsentant und Betriebsleiter der Niederlassung sowie Landesbevollmächtigter der Siemens AG für Schleswig-Holstein resümiert: „Die vergangenen 125 Jahre zeigen: Siemens war stets Teil der wirtschaftlichen Entwicklung Kiels und Schleswig-Holsteins – und wir wollen es auch in Zukunft bleiben.“
Zeitleiste – 125 Jahre Siemens in Kiel
- 1848 – Werner von Siemens beteiligt sich an der Verteidigung Kiels während der „Schleswig-Holsteinischen Erhebung“ gegen das Königreich Dänemark
- 1866 – Erfindung der Dynamomaschine: Grundlage der Elektrifizierung
- 1877 – Siemens & Halske beauftragen eine Kieler Firma als Generalvertretung für Norddeutschland
- 1901 – Gründung einer norddeutschen Siemens Vertriebsgesellschaft und Einrichtung der ersten Zweigniederlassung in Kiel (Lorentzendamm)
- 1903–1914 – Aufbau von Fernsprechämtern, Beleuchtung öffentlicher Gebäude, Technik für Hafen und Kanal
- 1939 – Siemens bezieht ein eigenes Bürogebäude an der Holstenbrücke
- 1945 – Kriegszerstörungen und anschließender Wiederaufbau
- 1950er Jahre – Starkes Wachstum, Ausbau von Werkstätten und Ausbildung
- 1965 – Eröffnung des Werks für Telegraphen und Signaltechnik im Kieler Stadtteil Suchsdorf
- 1971 – Die Dr.-Ing. Rudolf Hell GmbH wird mehrheitlich von Siemens übernommen
- 1972 – Siemens Technik bei den Olympischen Segelwettbewerben in Kiel
- 1976 – Umzug der Niederlassung mit Werkstätten in das Gewerbegebiet Wittland
- 1994 – Siemens übernimmt das Lokomotivgeschäft der MaK und führt es bis zum Verkauf an die Vossloh AG (1998) als Siemens Schienenfahrzeugtechnik weiter
- 2003 – Rückkehr der Niederlassung in die Stadtmitte: Umzug an das Sophienblatt 60; der Werkstattbetrieb bleibt am Wittland
- 2006 ff. – Moderne Medizintechnik für das UKSH Kiel
- 2018 – Einer der größten Aufträge für umfassende Gebäudetechnik für die Kieler Niederlassung kommt vom Neubau der A.P.-Moeller-Skolen, der in Schleswig ansässigen weiterführenden Schule der dänischen Minderheit in Deutschland
- 2019-2023 – Bau mehrerer Landstromanlagen im Kieler Hafen
- 2024 – Erste fluorgasfreie Ortsnetzstation in Schleswig Holstein für SH Netz
Bildquellen: Siemens Historical Institute, Siemens AG
Für diese Pressemitteilung
Die
Siemens AG (Berlin und München) ist ein führendes Technologieunternehmen mit Fokus auf die Felder Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheitswesen. Anspruch des Unternehmens ist es, Technologie zu entwickeln, die den Alltag verbessert, für alle. Indem es die reale mit der digitalen Welt verbindet, ermöglicht es den Kunden, ihre digitale und nachhaltige Transformation zu beschleunigen. Dadurch werden Fabriken effizienter, Städte lebenswerter und der Verkehr nachhaltiger. Als führendes Unternehmen im Bereich industrieller Künstlicher Intelligenz nutzt Siemens sein umfassendes Fachwissen, um KI - einschließlich generativer KI - auf reale Anwendungen zu übertragen und entwickelt KI-Lösungen für Kunden aller Branchen, die einen echten Mehrwert bieten. Siemens ist mehrheitlicher Eigentümer des börsennotierten Unternehmens Siemens Healthineers, einem weltweit führenden Anbieter von Medizintechnik, der Pionierarbeit im Gesundheitswesen leistet. Für jeden Menschen. Überall. Nachhaltig.
Im Geschäftsjahr 2025, das am 30. September 2025 endete, erzielte der Siemens-Konzern einen Umsatz von 78,9 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 10,4 Milliarden Euro. Zum 30.09.2025 beschäftigte das Unternehmen auf fortgeführter Basis weltweit rund 318.000 Menschen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
www.siemens.com.