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125 Jahre Siemens in Freiburg

Erste elektrische Straßenbahn Freiburgs, gefertigt im Jahr 1900 von Siemens & Halske.

Was mit dem Bau des städtischen Elektrizitätswerks und der elektrischen Straßenbahn begann, hat sich zu einer 125-jährigen Erfolgsgeschichte entwickelt: Seit 1900 ist Siemens in Freiburg präsent und hat die technologische und wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region mitgeprägt. Von der frühen Elektrifizierung über komplexe Infrastrukturprojekte bis hin zu digitalen Innovationen – Siemens und Freiburg verbindet eine lange Geschichte gemeinsamer Entwicklung und Fortschritt. 
Die Geschichte von Siemens in Freiburg beginnt im Jahr 1900, als das Unternehmen den Auftrag erhielt, das städtische Elektrizitätswerk und die elektrische Straßenbahn zu errichten. Mit der Eröffnung eines Baubüros in der Freiburger Gauchstraße begann eine Erfolgsgeschichte, die sich über 125 Jahre erstreckt und die Entwicklung der Region maßgeblich beeinflusst hat. 

Von der Elektrifizierung zur Digitalisierung

Die ersten Jahrzehnte des Siemens-Engagements in Freiburg waren geprägt von der Elektrifizierung der Region. Nach der Gründung des Baubüros wurde 1902 das bestehende Installationsbüro in ein Technisches Büro umgewandelt, das seinen Sitz in der Colombistraße hatte. Dieses fungierte zunächst als Unterbüro des Technischen Büros von Siemens & Halske in Karlsruhe. 
Bereits 1904 erfolgte nach der Gründung der Siemens-Schuckertwerke die Etablierung der Rheinischen Schuckertwerke GmbH in Mannheim für den südwestdeutschen Raum, die auch den Vertrieb der Siemens & Halske Erzeugnisse übernahm. In den folgenden Jahren erweiterte Siemens kontinuierlich seine Präsenz in der Region: 1913 wurde das Technische Büro Freiburg in das Gebäude Dreisamstraße 17 verlegt, 1921 zog es in die Kaiser-Joseph-Straße 274 um.
Zu den frühen Großprojekten zählten 1910 die Lieferung von Einphasen-Bahngeneratoren für die Wiesentalbahn, 1913 die Errichtung der Haupttransformatorenstation in Freiburg-Haslach für die neu gegründete Badische Kraftlieferungs-Gesellschaft mbH sowie 1926 die Stauwehranlage Kembs – das erste Wasserkraftwerk am Oberrhein.

Partner der Industrie und öffentlichen Einrichtungen

In den 1920er und 1930er Jahren rüstete Siemens zahlreiche Industriebetriebe und öffentliche Einrichtungen in der Region aus. So wurde 1928/29 die Deutsche Rhodiaceta AG in Freiburg mit Technik der Siemens-Schuckertwerke ausgestattet. 1929 installierte Siemens & Halske die Beschallungsanlagen für den in Freiburg stattfindenden Katholikentag. In den 1930er Jahren erhielten die Freiburger Universitätskliniken von den Siemens-Schuckertwerken einen Dampf-Turbosatz für ein Heizkraftwerk, und 1937 lieferte Siemens & Halske eine Lichtsignalanlage für die Kliniken.
Ein Meilenstein war 1933 die Inbetriebnahme des Schluchseewerks, für das die Siemens-Schuckertwerke zwei Generatoren zu je 35 Megavoltampere sowie die Maschinentransformatoren lieferten. 1936 wurde der südbadische Raum vom Technischen Büro Karlsruhe abgetrennt und als Arbeitsgebiet dem neu gegründeten Siemens & Halske-Technischen Büro Freiburg zugewiesen. Die Stadtverwaltung Freiburg erteilte einen Großauftrag für eine erweiterbare Fernsprechanlage und die Elektrifizierung der Höllental- und Dreiseenbahn im Schwarzwald.

Die erste elektrische Straßenbahn Freiburgs wurde 1900 von Siemens & Halske produziert. Hier in Seitenansicht.

Wiederaufgebautes Hintergebäude des Technischen Büros von Siemens & Halske in der Kaiser-Joseph-Straße 247 mit Lager, Packraum, Büros und Garage um 1948. 

Neuer Standort des Technischen Büros der Siemens-Schuckertwerke in Freiburg, Kaiser-Joseph-Straße 274, im Jahr 1950.

Lager und Werkstatt des Technischen Büros der Siemens-Schuckertwerke in der Breisacher Straße um 1950.

1956 neu errichtetes Siemens-Haus in der Habsburger Straße 132.

Wissenschaftliche Kooperationen und Innovationen

Besonders bemerkenswert ist die langjährige Zusammenarbeit von Siemens mit wissenschaftlichen Einrichtungen in Freiburg. 1941 lieferte Siemens & Halske das erste Übermikroskop an das Institut für makromolekulare Chemie der Universität Freiburg, das vom Nobelpreisträger Prof. Dr. Hermann Staudinger geleitet wurde.Ein Höhepunkt der Innovationstätigkeit war das Jahr 1969, als Siemens computergesteuerte Verkehrssignalanlagen in Freiburg einführte. Gleichzeitig wurde die weltweit erste vollelektronisch arbeitende Gaswechselmessanlage in Betrieb genommen. Diese Anlage, entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Erlanger Forschungszentrum und dem Waldbau-Institut, ermöglichte es erstmals, natürliche Umweltbedingungen für Pflanzen in zwei voneinander gasdicht getrennten Messsystemen im Boden und in der Sprosszone zu simulieren. Dadurch konnte die Forschung die Wuchsleistung von Forstpflanzen kontrollieren und resistente Baumarten entwickeln.
Zudem entwickelte Siemens in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Fraunhofer-Institut eine bis dahin einzigartige Anlage zur automatischen Ausmessung von fotografischen Spektralaufnahmen der Sonnenoberfläche. 1972 übergab Siemens zwei Sequenz-Röntgenspektrometer an das Tierhygienische Institut in Freiburg sowie an die Aerosol-Messstelle auf dem Schauinsland, die der Analyse von Luftverunreinigungen dienten.

Kontinuierliche Weiterentwicklung und Modernisierung

Nach der Gründung der Siemens AG im Jahr 1966 wurden die Technischen Büros in Freiburg zusammengelegt. 1991 wurde das Technische Büro Freiburg in die Zweigniederlassung Freiburg umgewandelt. Im Laufe der Jahre investierte Siemens kontinuierlich in die Modernisierung seiner Freiburger Standorte: 1979 begannen Renovierungsarbeiten am Freiburger Siemenshaus, 1996 wurde das Siemens-Gebäude in der Habsburger Straße saniert, und 2005 wurde die Niederlassung Freiburg umgebaut und modernisiert.

Lehrwerkstatt des Technischen Büros der Siemens-Schuckertwerke in der Auerstraße, nach Fertigstellung der neuen Werkstätten und Lagerräume um 1964.

Außenansicht des Technischen Büros der Siemens-Schuckertwerke in der Auerstraße in Freiburg 1964.

Automatische Messanlage für Sonnenspektralaufnahmen: Rechts der Abtastbereich für Spektralnegative, entwickelt in Kooperation zwischen Siemens und dem Freiburger Fraunhofer-Institut 1969.

Von Siemens entwickelte drahtlose Stereo-Hör-Sprechanlage zur Sprachförderung in der Staatlichen Gehörlosen- und Schwerhörigenschule Stegen bei Freiburg 1971.

Siemens-Lehrfilmteam bei Dreharbeiten zum Dialog-Informationssystem "Siemens Dialog System" bei der Firma Ehinger in Freiburg 1977.

Beschallungsanlagen beim Deutschen Katholikentag 1978: Acht parallel betriebene Lautsprechersysteme, hier am Messplatz vor der ehemaligen Stadthalle. 

Beschallungsanlagen beim Deutschen Katholikentag 1978: In der Mitte das Gitterwerk-Kreuz, das heute an der Waldfahrstraße nach St. Ottilien steht.

Siemens als Innovationstreiber in der Region

In den vergangenen Jahrzehnten hat Siemens zahlreiche innovative Projekte in der Region realisiert. Ab 1974 begann im Technischen Büro Freiburg die konzeptionelle Entwicklung des Programmpakets „SiDIAS" (Siemens Dialog-Informations- und Auskunftssystem), das den Austausch von Informationen zwischen Mensch und Computer erleichtern sollte. 1983 installierte Siemens das erste Medienzentrum seiner Art im Bundesgebiet in der Landespolizeischule Freiburg.
Ab 1995 lieferte Siemens Module für eine Photovoltaik-Anlage im Freiburger Dreisamstadion, die jährlich 100.000 Kilowattstunden Strom ins öffentliche Netz speiste – genug für rund 30 Vier-Personen-Haushalte. Im Jahr 2000 erhielt Freiburg als erste Stadt den von Siemens gebauten, 42 Meter langen Straßenbahnzug des Typs Combino. 2006 wurden über 50 energiesparende Ampelanlagen und deren Steuerung von Siemens in Freiburg installiert.

Innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft

2023 unterstrich Siemens sein Engagement für nachhaltige Industrielösungen mit der Ausstattung einer neuen High-Containment-Produktionsstätte von Pfizer in Freiburg. Die innovative Gebäudetechnik, bestehend aus Siemens Xcelerator Building Services und der Gebäudemanagementplattform Desigo CC, ermöglicht 40 Prozent Energieeinsparung bei der Umgebungssteuerung. Die intelligente Vernetzung von Gebäude- und Produktionsdaten setzt dabei neue Maßstäbe für nachhaltige Pharmaproduktion.
Das Engagement für Nachhaltigkeit wurde 2024 besonders gewürdigt, als die Freiburger Verkehrs AG (VAG) die Siemens-Niederlassung Freiburg mit dem MobilSiegel für nachhaltige betriebliche Mobilität auszeichnete. Die Auszeichnung würdigt die klimafreundlichen Mobilitätsangebote für Mitarbeitende, darunter Fahrradinfrastruktur mit Lademöglichkeiten für E-Bikes, Reparaturstation sowie Umkleide- und Duschmöglichkeiten.

1979 wurde das Siemens-Haus in Freiburg renoviert und die Fassade gereinigt. Hier sieht man das Gerüst der Bauarbeiten.

Deutschlandweit erstes Medienzentrum mit Siemens-Bürokommunikation an der Landespolizeischule Freiburg für moderne audio-visuelle Aus- und Fortbildung der Polizeibeamten 1983.

Zug auf dem Ravenna-Viadukt bei der Eröffnungsfahrt der Höllentalbahn zwischen Freiburg und Neustadt 1987. Siemens hatte mit seiner Lok-Variante E 244 21 einen guten Anteil an der erfolgreichen Erprobung des elektrischen Zugbetriebs. 

Von Siemens Solar gelieferte Photovoltaik-Module auf der neuen Süd-Tribüne des Freiburger Dreisam-Stadions, installiert durch die Solar-Energie-Systeme GmbH 1995.

Bahntransformatoren für die neue Zugplattform Mireo, die seit 2020 im Rheintal-Netz der Deutschen Bahn zum Einsatz kommt.

Siemens heute: Partner für die Zukunft

„125 Jahre Siemens in Freiburg stehen für eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen einem global agierenden Technologieunternehmen und einer innovationsfreudigen Region", sagt Frank Gerlach, Repräsentant der Siemens-Niederlassung Freiburg. „Von der ersten elektrischen Straßenbahn bis hin zu modernen Energieeffizienzlösungen – Siemens hat die Entwicklung Freiburgs und Südbadens maßgeblich mitgestaltet. Wir sind stolz auf diese lange gemeinsame Geschichte und freuen uns darauf, auch in Zukunft innovative Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit mit zu entwickeln."
Heute ist Siemens in Freiburg als verlässlicher Partner für Infrastruktur, Industrie und öffentliche Einrichtungen fest in der Region verankert. Das Unternehmen treibt Innovationen in Bereichen wie Digitalisierung, intelligente Infrastruktur und Automatisierungstechnik voran und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Region.
Bildquelle: Siemens Historical Institute

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Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein führendes Technologieunternehmen mit Fokus auf die Felder Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheitswesen. Anspruch des Unternehmens ist es, Technologie zu entwickeln, die den Alltag verbessert, für alle. Indem es die reale mit der digitalen Welt verbindet, ermöglicht es den Kunden, ihre digitale und nachhaltige Transformation zu beschleunigen. Dadurch werden Fabriken effizienter, Städte lebenswerter und der Verkehr nachhaltiger. Als führendes Unternehmen im Bereich industrieller Künstlicher Intelligenz nutzt Siemens sein umfassendes Fachwissen, um KI - einschließlich generativer KI - auf reale Anwendungen zu übertragen und entwickelt KI-Lösungen für Kunden aller Branchen, die einen echten Mehrwert bieten. Siemens ist mehrheitlicher Eigentümer des börsennotierten Unternehmens Siemens Healthineers, einem weltweit führenden Anbieter von Medizintechnik, der Pionierarbeit im Gesundheitswesen leistet. Für jeden Menschen. Überall. Nachhaltig. Im Geschäftsjahr 2024, das am 30. September 2024 endete, erzielte der Siemens-Konzern einen Umsatz von 75,9 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 9,0 Milliarden Euro. Zum 30.09.2024 beschäftigte das Unternehmen auf fortgeführter Basis weltweit rund 312.000 Menschen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com.
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