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Siemens seit 125 Jahren in Magdeburg aktiv

Lebensstation des Firmengründers

Fast 70 Jahre vor Eröffnung der ersten Magdeburger Siemens-Niederlassung war die Elbestadt für Werner von Siemens eine wichtige Lebensstation. Hier begann er seine militärische Laufbahn, die Voraussetzung für seine spätere technisch-wissenschaftliche Ausbildung und damit für seine Tätigkeit als Ingenieur und Erfinder. Im Juli 1834 meldete sich der damals 17-jährige zur 3. Artilleriebrigade in Magdeburg. Nach Ablegung des Unteroffiziersexamens in Berlin kehrte er 1838 an die Elbe zurück und begann sich intensiv Wissenschaft und Technik zu widmen. Zwischenzeitlich nach Wittenberg versetzt, kam er 1842, diesmal unfreiwillig, wieder nach Magdeburg, um in der Zitadelle eine Strafe abzubüßen, da er verbotenerweise als Sekundant an einem Duell teilgenommen hatte. Die Haftwochen nutzte er für wissenschaftliche Studien und für Experimente, was ihm als Offizier möglich war, und entdeckte so das Verfahren des galvanischen Versilberns und Vergoldens. Dies war seine erste elektrotechnische Arbeit, für die er sein erstes Erfindungspatent erhielt.

Der Maschinensaal des Zentralbahnhofs Magdeburg, 1895. S&H lieferte die elektrische Beleuchtungsanlage. Die beiden Dynamomaschinen hatten eine Leistung von 50.000 Voltampere, das entspricht der Leistung von 111 Bogenlampen von je neun Ampere.

Wichtiger Partner in Elektrifizierung und Nachrichtentechnik

Im ausgehenden 19. Jahrhundert sowie in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts prägte Siemens den Auf- und Ausbau der Energieversorgung, Infrastruktur und Nachrichtentechnik in der Region entscheidend mit. Dafür stehen beispielhaft der Bau des Magdeburger Orts- und des Fernamtes ab 1910, elektrische Beleuchtungsanlagen für den Magdeburger Zentralbahnhof sowie für Fabriken und Handwerksbetriebe, Brauereien und Hotels oder auch die Ausstattung diverser Banken mit Sicherungstechnik.
1911 lieferte SSW eine elektrische Schnellzuglokomotive 2-B-1 an die Königlich Preußischen Staatseisenbahnen. Die Lok kam auf der Strecke Halle – Leipzig – Magdeburg zum Einsatz, einer der ersten elektrifizierten Strecken der preußischen Eisenbahnunternehmen, und diente in erster Linie der Erprobung des elektrischen Einsatzes.
Siemens installierte 1926 eine Rundfunk-Empfangsanlage mit Innenantenne und Neutrogerät im Brockenhaus. Dadurch wurde nicht nur der zuvor schwache und störanfällige Rundfunk-Empfang deutlich besser: Zu den Nebeneffekten der Anlage gehörte, dass „der Wetterwart der meteorologischen Station auf dem Brocken nunmehr imstande ist, das Zeitzeichen regelmäßig aufzunehmen und so seine Beobachtungen mit zutreffenden Zeitangaben zu versehen“, wie es in einer Siemens-Zeitschrift von März 1926 hieß.
Die Buckauer Eisenbahnbrücke in Magdeburg wurde Anfang der 1930er Jahre umgebaut, da sie den wachsenden Anforderungen der Elbe-Schifffahrt nicht mehr gerecht werden konnte. Mit einer Spannweite von 90 Metern war das Bauwerk die seinerzeit längste Hubbrücke Europas. Es konnte um fast drei Meter angehoben werden, und die Schifffahrtsöffnung betrug 86 Meter. SSW lieferte dafür die elektrische Ausrüstung.
Im Auftrag der Elektrizitätswerke AG (EWAG) Berlin errichtete Siemens in Mitteldeutschland die erste 220-Kilovolt-Leitung mit Aluminium-Stahl-Seilen für die Freileitung Harbke – Magdeburg.
1948 wurde Siemens von seinen Betriebsstätten in der sowjetischen Besatzungszone enteignet. Das Starkstromgeschäft des ehemaligen Technischen Büros von Siemens in Magdeburg wurde der Vereinigung Volkseigener Betriebe des Elektro-Maschinenbaus (VEM) und die Nachrichtentechnik der Vereinigung Volkseigener Betriebe Radio- und Fernmeldetechnik (RFT) zugeordnet. Ab 1951 firmierte der starkstromtechnische Hauptteil als VEB Starkstrom-Anlagenbau Magdeburg und entwickelte sich im Rahmen des VEM-Netzwerks weiter, während der RFT-Teil zunächst in VEB Funk- und Fernmeldeanlagenbau umbenannt und später als VEB Nachrichtenelektronik Magdeburg ein eigenständiger Betrieb innerhalb des VEB Kombinat Nachrichtenelektronik Berlin wurde.
Mit der politischen Wende 1990 wurde der Starkstrom-Bereich schließlich in die AEG Starkstrom-Anlagenbau Magdeburg GmbH überführt. Aus dem VEB Nachrichtenelektronik Magdeburg gründeten sich mehrere Gesellschaften, darunter die Nachrichtenanlagenbau GmbH Magdeburg, ein späterer Siemens-Kooperationspartner.

Für die Modernisierung der Buckauer Eisenbahnbrücke in Magdeburg Anfang der 1930er Jahre lieferte SSW die elektrische Ausrüstung.

1992 errichtete Siemens ein Luftüberwachungsnetz mit 18 automatisch arbeitenden Stationen für das sachsen-anhaltische Landesamt für Umweltschutz. Daten zu den wichtigsten Luftschadstoffen wurden an die Datenzentrale Magdeburg übermittelt.

Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs nach der Wende

Als eines der ersten bundesdeutschen Unternehmen intensivierte Siemens unmittelbar nach der Wende seine Kontakte zu DDR-Kombinaten, die auch zuvor nie ganz abgerissen waren, und war maßgeblich an Wiederaufbau und Modernisierung der Infrastruktur in der östlichen Bundesländern beteiligt, so auch in der Region Magdeburg. Beispielhaft seien genannt das erste elektronische Stellwerk der Deutschen Reichsbahn im Bahnhof Eilsleben, komplette Telekommunikationssysteme für die Landesregierung Sachsen-Anhalt und die Treuhand-Niederlassung in Magdeburg, ein Luftüberwachungsnetz mit 18 automatisch arbeitenden Stationen für das Landesamt für Umweltschutz oder die Ausrüstung des Eisenbahnknotens Magdeburg mit drei elektronischen Stellwerken und zugehörigen Außenanlagen.
Seit 1997 ist die heutige Siemens-Niederlassung Magdeburg im Werner-von-Siemens-Ring ansässig. Der Siemens-Standort Irxleben fertigt Fahr- und Betriebsdatenerfassungs- sowie Speicher- und Auswertesysteme, Informations- und Visualisierungslösungen, Energie-Managementlösungen, Prozessmesstechnik sowie Prüftechnik und wickelt Aufträge für die Bahnindustrie ab. Er gehört zur Siemens Mobility GmbH.

Die Siemens-Niederlassung Magdeburg heute 

So wie das ausgehende 19. Jahrhundert eine technologische Revolution erlebte, stehen auch wir heute vor grundlegenden technologischen Umbrüchen. Vor über 100 Jahren war es die Elektrizität auf der Basis des von Werner von Siemens entdeckten dynamoelektrischen Prinzips, die Strom für Straßenbeleuchtung, für Antriebe in den Fabriken, für öffentliche und private Mobilität und in die Haushalte brachte. Heute ist es die Digitalisierung, die alle Lebensbereiche grundlegend verändert. Mit profunden Produkt- und Software-Kenntnissen sowie umfassendem Branchen-Know-how unterstützt Siemens seine Kunden in der Region, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern. Dies ist ganz im Sinne unseres Firmengründers, der Innovationen nie als Selbstzweck, sondern immer in ihrer wirtschaftlichen Anwendbarkeit sowie in ihren Auswirkungen auf das Leben der Menschen betrachtete.
Auch als Innovationspartner in Forschung und Lehre hat Siemens einen guten Ruf in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt. So verbinden uns Partnerschaften mit der Otto-von-Guericke-Universität, der Hochschule Magdeburg-Stendal oder auch dem Institut für Automation und Kommunikation ifak Magdeburg.

Die Niederlassung Magdeburg am Werner-von-Siemens-Ring

Für diese Pressemitteilung

Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein führendes Technologieunternehmen mit Fokus auf die Felder Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheitswesen. Anspruch des Unternehmens ist es, Technologie zu entwickeln, die den Alltag verbessert, für alle. Indem es die reale mit der digitalen Welt verbindet, ermöglicht es den Kunden, ihre digitale und nachhaltige Transformation zu beschleunigen. Dadurch werden Fabriken effizienter, Städte lebenswerter und der Verkehr nachhaltiger. Als führendes Unternehmen im Bereich industrieller Künstlicher Intelligenz nutzt Siemens sein umfassendes Fachwissen, um KI - einschließlich generativer KI - auf reale Anwendungen zu übertragen und entwickelt KI-Lösungen für Kunden aller Branchen, die einen echten Mehrwert bieten. Siemens ist mehrheitlicher Eigentümer des börsennotierten Unternehmens Siemens Healthineers, einem weltweit führenden Anbieter von Medizintechnik, der Pionierarbeit im Gesundheitswesen leistet. Für jeden Menschen. Überall. Nachhaltig.
Im Geschäftsjahr 2025, das am 30. September 2025 endete, erzielte der Siemens-Konzern einen Umsatz von 78,9 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 10,4 Milliarden Euro. Zum 30.09.2025 beschäftigte das Unternehmen auf fortgeführter Basis weltweit rund 318.000 Menschen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com.
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Kontakt

Elke Fuchs

+49 172 36 45 594